[title size=“2″ content_align=“left“ style_type=“single solid“ sep_color=““ class=““ id=““]Kennzeichnungspflichten von Leuchten für den Handel (für Onlineshops bis 31.12.2014)[/title]

Aufgrund der  Verordnung 874/2012 gelten seit  1. März 2014 für den Handel Kennzeichnungspflichten, wenn Leuchten an Endnutzer (natürliche oder juristische Personen) vermarktet werden.

Ausgenommen von der Kennzeichnungspflicht sind die in Artikel 1, Absatz 2 der Verordnung aufgezählten Leuchten und Leuchten, die weniger als 30 Lumen abstrahlen.

Fristen:

1. März 2014

Kennzeichnungspflicht besteht seit 1. März. die Verordnung 874/2012 sieht keine Übergangsfristen vor. Es gibt nur eine Ausnahme: Gedrucktes Werbematerial, das vor dem 1. März veröffentlicht wurde, darf aufgebraucht werden.

1. Januar 2015

Ab dem 1. Januar gelten zusätzlich für den Fernverkauf  über das Internet spezielle Regelungen, die in der Verordnung 518/2014 festgelegt worden sind. Artikel, die bis 31.12.2014 in Onlineshops eingestellt werden, müssen nach der Verordnung 874/2012 nach Artikel e Ziff. 2a gekennzeichnet sein, dürfen aber schon vorher nach der Verordnung 518/2014 gekennzeichnet werden. Ab dem 1. Januar sind neue oder geänderte Produkte nach der neuen Verordnung 518/2014 zu kennzeichnen.

Verhältnis VO 874/2012 zu VO 518/2014

Die VO 518/2014 ergänzt die VO 874/2012 im Artikel 3 und 4 und fügt einen Abschnitt VIII hinzu. Wir haben hier eine Version der VO 874/2012 eingestellt, in die wir die Verordnung 518/2014 eingearbeitet haben.

Kennzeichnungsbereiche

Die Verordnung unterscheidet folgende Bereiche:

  1. Artikel 4, Ziff. 2a  Kennzeichnungspflichten in jeglicher Werbung (auch für Onlineshops bis 31.12,2014)
  2. Artikel 4, Ziff. 2b   Kennzeichnungspflichten in der Ausstellung
  3. Artikel 4, Ziff. 2c Sonderregelung für Leuchten, die mit Leuchtmitteln verkauft werden
  4. Artikel 4, Ziff. 2d  Kennzeichnung beim Fernverkauf im Internet (eingefügt durch die VO 518/2014) (für Onlineshops ab 01.01.2015)

Artikel 4, Ziff. 2a  Kennzeichnungspflichten in jeglicher Werbung

Hierzu sagt die Verordnung folgendes: Der Handel muss dafür sorgen, dass

die Informationen, die das Etikett gemäß Anhang I Abschnitt 2 enthält, in folgenden Fällen bereitgestellt werden:

  • in jeglicher Werbung sowie in allen offiziellen Preisangeboten oder Ausschreibungsangeboten, in denen energiebezogene Informationen oder Preisinformationen zu einer bestimmten Leuchte bekannt gegebenen werden,
  • in technischem Werbematerial zu einer bestimmten Leuchte mit Informationen zu deren spezifischen technischen Parametern.
  • In diesen Fällen können die Informationen in anderen Formaten als dem in Anhang I.2 festgelegten Format zur Verfügung gestellt werden, z. B. in reiner Textform.

„in jeglicher Werbung“ schliesst alles mögliche ein, Kataloge, Anzeigen,  Webseiten, Newsletter, Onlineshops, eben alles, was unter Werbung fällt.

Dazu kommen Preisangebote oder Ausschreibungsangebote

Wenn hierbei ein Preis oder irgend eine energiebezogene Information (zB 40 W) bekanntgegeben wird, muss gekennzeichnet werden.

Reine Bildanzeigen ohne Preisangabe und ohne Energiehinweise im Text brauchen keine Kennzeichnung. Ebenso Kataloge und Prospekte, in denen nur Bilder gezeigt werden. Auch eine Webseite, die sich nur auf eine Bildergalerie beschränkt, könnte ohne Kennzeichnung auskommen. Gedruckte Werbung und gedrucktes technisches Werbematerial, das vor dem 11. März 2014 veröffentlicht wurde, kann aufgebraucht werden und muss keine Kennzeichnung enthalten.

Die Verordnung lässt zur Kennzeichnung zwei Möglichkeiten zu: Entweder die Abbildung des Labels (kann in diesen Fällen verkleinert werden, sofern es lesbar bleibt) oder der Inhalt des Labels in Textform. Das könnte dann so aussehen;

„Hersteller, Modellkennung des Herstellers, diese Leuchte enthält eingebaute LED-Lampen der Klassen A – A++. Die Lampen können in der Leuchte nicht ausgetauscht werden“.

Im Menüpunkt Extras können Sie die Texte zu jeder in EULABEL enthaltenen Leuchte downloaden.

Onlineshops: 

auch diese fallen unter „jegliche Werbung“ und unter „Preisangebote“. Das bedeutet, dass überall wo ein Produktpreis genannt ist, die Energieeffizienz anzugeben ist. Das bedeutet, dass

  • auf der Titelseite
  • den Artikellisten
  • der Artikeldetailanzeige
  • Den Suchergebnissen
  • den Merklisten
  • im Warenkorb

jeweils die Energieeffizienzinformationen angegeben werden müssen.

Auch hier gilt entweder das Label abbilden oder der Inhalt des Labels in Textform. Im Gegensatz zur Verordnung 518/2014 lässt die Verordnung 874 einigen Gestaltungsspielraum zu.

Keine Festlegung, wo das Label oder die Textinfos positioniert werden müssen. Daher sind Plätze, wo gesorgt werden muss, um das Label zu sehen oder wenn es zB in der Bildergalerie enthalten ist, aus unserer Sicht nicht zu beanstanden. Es gibt in der 874/2012 die Vorschrift „in der Nähe des Preises“ nicht. Die Darstellung des Lagerinhalts in Textform ist in der VO 518/2014 nicht mehr vorgesehen.

Da die Verordnung 874 auch sagt: „in anderen Formaten … z. B. in reiner Textform“ durften die teilweise sehr phantasievollen Varianten, die man in den einzelnen Onlineshops sieht, nach der 874/2012 tolerieren sein, solange diese den Inhalt des Labels wiedergibt. eine einfache Aussage:  „Effizienzklasse A“ ist sicherlich zu dürftig.

Artikel 4, Ziff. 2b   Kennzeichnungspflichten in der Ausstellung

Jedem in einer Verkaufsstelle ausgestellten Modell wird ein Etikett beigefügt, wie es im Anhang I.2 der VO beschrieben ist.

Für die Positionierung des Etiketts gibt die Verordnung 2 Möglichkeiten vor,

  1. in der Nähe der ausgestellten Leuchte, um deutlich sichtbar und als das zu dem Modell gehörige Etikett erkennbar zu sein, ohne dass der Markenname und die Modellnummer auf dem Etikett gelesen werden müssen;
  2. als klare Begleitung der am unmittelbarsten sichtbaren Informationen (z. B. Preisinformationen oder technische Informationen) zu der in der Verkaufsstelle ausgestellten Leuchte.

Hier ein Bild aus einem Baumarkt.

Regal_mit_Labeln

An sich ist hier korrekt gelabelt. Problematisch ist nur die unterste Reihe, wo 5 cm über dem Boden die Labels angebracht worden sind. Die Forderung der Verordnung nach „deutlich sichtbar“ ist da nicht mehr erfüllt, weil man zum Lesen des Etiketts praktisch auf den Boden knien müsste. Auch bei Stehlampen sollte man das Etikett nicht an der Bodenplatte befestigen.  Ungelöst sind dann so für Leuchtenausstellungen typische Probleme wie zB die Deckenleuchte, die 2,50 m über dem Boden und mitten im Raum hängt. Da ist ein Label an der Leuchte oft die einzige Möglichkeit; deutlich sichtbar ist aber dann nicht zu erreichen.

Nicht der Verordnung entsprechend ist, das Leuchtenlabel auf die Rückseite des Preisschilds zu kleben. Der Käufer sieht in diesem Fall das Etikett nicht. Es ist in diesem Fall eindeutig nicht „deutlich sichtbar“..

Artikel 4, Ziff. 2c Sonderregelung für Leuchten, die mit Leuchtmitteln verkauft werden

Wenn die Leuchte in einer für Endnutzer bestimmten Verpackung verkauft wird, die elektrische Lampen enthält, die der Endnutzer in der Leuchte austauschen kann, ist die Originalverpackung dieser Lampen in der Verpackung der Leuchte enthalten. Ist dies nicht der Fall, müssen in einer anderen Form auf der Außen- oder Innenseite der Leuchtenverpackung die Informationen ausgewiesen werden, die auf der Originalverpackung der Lampen angegeben und aufgrund dieser Verordnung und anderer Verordnungen der Kommission zur Festlegung von Ökodesign-Anforderungen für Lampen gemäß der Richtlinie 2009/125/EG erforderlich sind.

Wenn Leuchtmittel nicht in der Leuchte montiert sind, und der Hersteller ein Leuchtmittel in einem Einzelkarton beifügt, sollte dieser entsprechend bedruckt sein. Bei importierten Produkten, wo der Leuchtmittel-Hersteller ausserhalb der EU ist, kann das problematisch sein, weil dann der Kartonaufdruck nicht ordnungsgemäß ist.

In diesem Fall oder wenn zB kein Originalkarton verfügbar ist (zB bei Leuchtspiegeln, wo die Leuchtstoffröhre montiert mitgeliefert wird und der Hersteller diese aus Großpackungen heraus montiert) muß das Lampenetikette und die zusätzlichen Daten, zB nach der Verordnung 11994/2012 innen oder aussen auf dem Karton aufgeklebt oder aufgedruckt sein. EULABEL bietet neuerdings die softwaregestützte Erzeugung des Lampenetiketts und eines Datenetiketts als Problemlösung für solche Hersteller an.

Der Handel muss die Leuchtenpakete auf Einhaltung dieser Regelung durch den Lieferanten kontrollieren.

Artikel 4, Ziff. 2d  Kennzeichnung beim Fernverkauf im Internet (eingefügt durch die VO 518/2014) (für Onlineshops ab 01.01.2015)

Siehe separaten Artikel

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November 4, 2014   1880   eulabel    Onlineshops  
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